Mittwoch, 7. März 2012

Sony Tablet S im Test

Kurz nach dem Auspacken bringt uns das Sony Tablet S bereits die erste (erfreuliche) Ueberraschung: Nach der schnell erledigten Einrichtung erscheint eine Update-Benachrichtigung auf dem Bildschirm - die neue Version Android 3.2 ist bereits da. Damit gehört das S zu den ersten Tablets, die mit dem neuesten Honeycomb-Release arbeiten - gute Arbeit von Sony. Flugs noch schnell ein paar Tests gemacht, um allfällige Performance-Unterschiede nachher beurteilen zu können, dann gehts auch schon los:

Update auf Android 3.2 für Sony Tablet S


Mit einem Klick geht es schon los. Der Touchscreen reagiert sehr prompt auf Eingaben, die Fenster bewegen sich schnell und flüssig. Der Download geht schnell voran. Gut 180 MB umfasst das Update. Nach dem Download startet das Tablet neu, und alle Einstellungen, Daten und Apps sind immer noch vorhanden.

Sony Update auf Version 1.10, mit Android 3.2, in Progress...

Gehäuse

Das Sony Tablet S hat einen ungewöhnlichen Formfaktor, das es von anderen Mitbewerbern abhebt. Das Design bringt einige Vorteile mit sich bei der Handhabung. Hält man das Tablet im Hochformat, so lässt es sich angenehmer und länger halten, da das Gewicht und der Schwerpunkt des Gerätes besser verlagert sind. Allgemein ist das Tablet mit unter 600 Gramm angenehm leicht. Im Querformat hält es sich nicht viel anders als andere Tablets, jedoch ergibt sich ein guter Winkel, wenn man es vor sich auf den Tisch legt. Ein kleiner Nachteil ist, dass dieses Design und niedrige Gewicht mit viel Plastik umgesetzt wurden.

Display

Das 9.4 Zoll Display löst mit 1280x800 Pixel auf und bietet ein sehr scharfes Bild. Ein hoher Kontrast und kräftige Farben runden den Eindruck ab. Hier lässt sich Sony-typisch nichts beanstanden. Der Touchscreen reagiert sofort auf Eingaben.

Anschlüsse

Neben dem Micro-USB-Anschluss findet sich erfreulicherweise ein vollwertiger SD-Kartenslot. Hier lassen sich die SD(HC)-Karten der normalen Grösse einsetzen, und mit einer entsprechenden Adapter-Karte natürlich auch Micro-SD-Karten. So kann man beispielsweise unterwegs Fotos von einer SD-Karte auf das Gerät kopieren. Leider lässt sich momentan der SD-Slot noch nicht direkt von Apps ansteuern. Er ist nur via dem Sony-File-und -Transfer-Manager zugänglich. Er ist dazu da, um Daten von Karten aufs Tablet zu kopieren; man kann aber auch via diesem File Manager direkt auf die Karten zugreifen. Ein HDMI-Anschluss fehlt seltsamerweise, was nicht recht zu Sony Fokus auf Multimedia- und Home-Entertainment-Unterstützung passen will. Unten am Gerät befindet sich der Anschluss für das Ladegerät, der unnötig gross und etwas fummelig ausgefallen ist (und proprietär).

Bedienung und Performance

Dies ist für die meisten User der wichtigste Teil - und hier glänzt das Sony Tablet wie kein anderes Android-Tablet vor ihm. Mit Android 3.1 lief es flüssig, angenehm schnell - mit der 3.2 Version läuft es nun absolut glatt und superschnell. Kein Ruckeln oder Zucken ist zu vernehmen, die Fenster gehen geschmeidig auf und zu, auch mit vielen installierten Apps verändert sich das Bild nicht. Der Webbrowser läuft schneller als auf andere Tablets; Sony hat hier eine eigene Beschleunigungsfunktion eingebaut. Sonys Anpassungen an der Honeycomb-Oberfläche sind eher subtil - jedoch wurden genau an den richtigen Orten Verbesserungen angebracht. Der Launcher und die Menüs wirken weniger düster als bei Android und bieten gute Anpassungsmöglichkeiten. 

Die Akkulaufzeit ist mit etwa 7 Stunden nur durchschnittlich. In unserem Test, bei relativ hell eingestellter Display-Beleuchtung, hielt das Tablet rund 6 Stunden durch. Im Standby-Modus ist der Verbrauch aber gering, nutzt man beispielsweise das Tablet 1 bis 2 Stunden pro Tag, so muss das Sony Tablet S erst nach etwa drei Tagen wieder an die Steckdose. 

Apps

Sony liefert einige hausgemachte Apps mit, die das Tablet bereichern. Ein Alleinstellungsmerkmal stellt der eingebaute Infrarot-Sender dar; mit der mitgelieferten App lassen sich damit alle Audio-Video-Geräte mit dem Tablet steuern. Im Test waren ein Sony TV und eine Cablecom-Settop-Box mit 3 x Fingertippen innert Sekunden aufgesetzt und funktionierten einwandfrei. Die DLNA-App lässt den fehlenden HDMI-Anschluss vergessen machen; mit ihr kann man Bilder, Videos und Musik von Medien Servern abspielen - entweder auf dem Tablet, oder mit der "Wurf-Funktion" kann man sie auf ein DLNA-kompatibles Abspielgerät ziehen. Man kann also beispielsweise auf dem Tablet einen Film auswählen und diesen dann an den TV schicken, damit er dort abgespielt wird. 

Desweiteren sind ein sehr schöner Musikplayer, ein gewaltiger Unterschied beispielsweise im Vergleich zum Galaxy Tab MP3-Player, und ein Videoplayer von Sony an Bord. Für die Zukunft viel Content versprechen die Sony-Apps vom Sony Reader (eBooks) und dem Sony Unlimited Netzwerk (letzteres bietet Musik und Filme zum Download an - leider noch nicht in der Schweiz, aber laut Sony Schweiz in einigen Monaten verfügbar). Eine App für Social Networks, die Twitter und Facebook Meldungen zusammenfasst, rundet die gelungene Software-Auswahl von Sony ab. 

Das Gerät ist ausserdem Playstation Certified; zwei Spiele sind im Lieferumfang dabei. Weitere Titel werden folgen. Dank dem Tegra-Chipsatz sind auch die Tegra-Spiele natürlich lauffähig. 

Fazit

Sony gelingt ein geglückter Start in den Tablet Markt. Nach unserer Erfahrung legen die Japaner das bislang beste Android-Tablet vor. Der Preis von CHF 499.-- ist erfreulich angemessen. Probleme mit Verfügbarkeiten scheint es bislang, wie bei Marktstarts von anderen Herstellern, keine zu geben. Der Mix aus solider Hardware, sehr guter Performance und Bedienbarkeit sowie einer sehr guten Software-Ausstattung ist eine echte Kaufempfehlung. 

+ leicht, ergonomische Form
+ sehr gute Performance, absolut flüssig
+ gute Ausstattung, SD-Karte und Infrarot-Port
+ sehr gute Apps von Sony
- kein HDMI-Anschluss
- nur durchschnittliche Akkulaufzeit

Sony Tablet S erhältlich direkt bei Sony.ch


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